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Bürgerarbeit

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Ein Exportschlager aus Sachsen-Anhalt
Hoffnung für Langzeitarbeitslose

Bürgerarbeit“ ist ein Erfolgsmodell aus Sachsen-Anhalt, das deutschlandweit rund 34.000 schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job verhelfen kann. Entwickelt hat das Konzept Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff. Seit dem 15. Juli 2010 wird die „Bürgerarbeit“ in allen 16 Bundesländern angeboten.

„Es kommt ja auch nicht jeden Tag vor, dass ein Politiker
für ´ne gute Idee mal gelobt wird. Heute ist es soweit.“

Günter Jauch über Dr. Reiner Haseloff,
während einer Diskussion zur Bürgerarbeit (Stern TV, 2. Juni 2010)


Was ist „Bürgerarbeit“?

Das Konzept legt den Schwerpunkt auf gute Aktivierung. Arbeitslose in den Modellregionen werden intensiv entsprechend ihrer Fähigkeiten und Potentiale gefördert. Dass umfasst in den ersten Stufen der Bürgerarbeit sowohl die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt als auch die gezielte Fort- und Weiterbildung. Oberstes Ziel ist ein Job auf dem regulären Arbeitsmarkt.
Diejenigen, die trotz aller Anstrengungen keinen regulären Arbeitsplatz gefunden haben, sollen in „Bürgerarbeit“ münden. Es gibt keinen Zwang zur Bürgerarbeit, vielmehr stellt sie eine sinnvolle Alternative zur Arbeitslosigkeit dar. Die bisher in den Modellregionen tätigen Bürgerarbeiter sind nahezu vollständig zufrieden – vor allem, weil die Bürgerarbeit ihnen wieder Motivation und Selbstwertgefühl gegeben hat
„Bürgerarbeit“ bedeutet eine gemeinnützige Arbeit, wie Hilfe in Altenheimen, Essensausgabe an Bedürftige, Unterstützung von Übungsleitern im Breitensport, Pflege öffentlicher Grünanlagen.

Wer hat´s erfunden?

Die Initiative stammt vom Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff.
Im Jahr 2006 startete der erste Modellversuch in Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt)

Warum wird die Bürgerarbeit jetzt bundesweit umgesetzt?

Weil die Modellprojekte in Sachsen-Anhalt und später in Thüringen und Bayern sehr erfolgreich waren und überregionale Aufmerksamkeit erlangten.
Die Arbeitslosigkeit in den Modell-Gemeinden wurde dauerhaft gesenkt –  oft um mehr als 50%.
Mehr als 20% aller Arbeitslosen haben sich binnen weniger Wochen in reguläre Beschäftigung abgemeldet (auch durch Einengung der Möglichkeiten für Tätigkeiten in der Schattenwirtschaft).
Etwa 10% der ehemals Chancenlosen sind zwischenzeitlich in den regulären Arbeitsmarkt eingemündet; weitere 5-10% haben eine Qualifizierung aufgenommen.
In einigen Modell-Gemeinden konnten so die gezahlten passiven Leistungen um fast 40% reduziert werden, die reine Bürgerarbeit war somit nahezu kostenneutral.

Für wen kommt „Bürgerarbeit“ in Frage?

Für alle Personen, die beim Jobcenter in einer Modellregion gemeldet, arbeitslos und hilfebedürftig sind. Die Jobcenter entscheiden vor Ort.

Wer ist Arbeitgeber?

Gemeinden, Städte und Landkreise, Wohlfahrtsverbände und Vereine.

Verdrängt Bürgerarbeit reguläre Arbeitsplätze?

Nein im Gegenteil. Zum einen werden für die jeweiligen Regionen in Zusammenarbeit mit den Kammern, Sozialverbänden und der Agentur für Arbeit die Bereiche bestimmt, in denen eine zusätzliche Tätigkeit nicht schädlich für einen anderen regulär Beschäftigten oder einen Selbstständigen ist.
Zum Anderen bekämpft das Projekt „Bürgerarbeit“ mit all seinen Stufen die Schwarzarbeit und hat somit sogar einen positiven Einfluss auf die Entwicklung regulärer Beschäftigung.

Wie hoch ist die Vergütung?

Die Arbeitsplätze werden bis zu drei Jahre gefördert.
Bei einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden: 1080 Euro
Bei einer Wochenarbeitszeit von 20 Stunden: 720 Euro

Kurz und bündig:

„Bürgerarbeit“ senkt die Arbeitslosigkeit vor Ort.
„Bürgerarbeit“ qualifiziert und bildet.
„Bürgerarbeit“ schafft ein regelmäßiges festes Einkommen.
„Bürgerarbeit“ gibt Menschen Wertschätzung und Anerkennung.
„Bürgerarbeit“ drängt Schwarzarbeit zurück.
„Bürgerarbeit“ ist keine Endstation! Etwa 10 % haben über diesen Weg Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden.
Entgegen anderer Modelle für den zweiten Arbeitsmarkt ist die „Bürgerarbeit“ finanzierbar, hält Türen offen und fördert die Betroffenen!

© Dr. Reiner Haseloff 2012