Haseloff verteidigt im MZ-Interview den Führungsstil von Angela Merkel
Geschrieben von: Administrator 20. Juli 2010
In einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung hat Dr. Reiner Haseloff den Führungsstil der Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel verteidigt. Haseloff stellt in diesem Interview fest, dass sich jeder endlich daran gewöhnen muss, dass mehr Frauen im 21. Jahrhundert in Führungspositionen sind. Wer mit dem jeweiligen Führungsstil nicht klar kommt, muss eben Platz machen, meint Haseloff.
Frauen führen anders
VON MARKUS DECKER UND HENDRIK KRANERT-RYDZY
20. Juli 2010
BERLIN/MAGDEBURG/MZ. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hat den Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen Kritik verteidigt. "Ja, sie hat einen anderen Führungsstil als der, den man von Männer gewohnt ist. Es ist aber ein Führungsstil, der zum Erfolg führt", sagte der designierte CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011 der MZ. "Wir müssen uns als Männer generell daran gewöhnen, dass mehr Frauen im 21. Jahrhundert in Führungspositionen sind und diese auch anders führen." Wer damit nicht klar komme, müsse Platz machen für jene, "die im Pool einer großen Volkspartei als Spieler für ein Team zur Verfügung stehen, das die nächsten Siege einfahren will", sagte Haseloff weiter.
In dem Rücktritt des Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust und damit des sechsten freiwilligen oder erzwungenen Rückzugs eines Unions-Ministerpräsidenten innerhalb eines Jahres sieht er kein Problem. An der Stärke von Merkel ändere dies nichts, so Haseloff. Von Beust, der seit längerem als amtsmüde galt, hatte im Zuge des erfolgreichen Volksentscheids gegen die vom schwarz-grünen Senat geplante Schulreform seinen Hut genommen. Ziel des Senats war es, dass Kinder bis zur sechsten Klasse gemeinsam in die Schule gehen sollen und erst danach entsprechend ihrer Leistung getrennt werden.
Haseloffs Gleichmut wird allerdings nicht von allen CDU-Spitzenpolitikern geteilt. Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, erklärte am Rande der Sitzung des CDU-Präsidiums, von außen entstehe der Eindruck eines Erosionsprozesses. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), beklagte einen "personellen Aderlass, der die Union beeindruckt". Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels Karl-Josef Laumann mahnte, die Arbeit der schwarz-gelben Koalition in Berlin müsse endlich "stimmiger" werden. Sonst werde es noch in anderen CDU-regierten Ländern "sehr, sehr böse" enden.
CSU-Chef Horst Seehofer fürchtet nach Beusts Rücktritt hingegen ähnlich wie Haseloff keine Schwächung. "Die Union behält ihre Schlagkraft", sagte er der "Bild"-Zeitung. Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte wiederum: "Da ist so eine richtige bürgerliche Null-Bock-Generation entstanden." Vor von Beust und Koch, die beide im August aus ihren Ämtern scheiden, gingen Dieter Althaus (Thüringen), Günther Oettinger (Baden-Württemberg), Christian Wulff (Niedersachsen) und Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen) von Bord. Daneben erklärte Bundespräsident Horst Köhler völlig überraschend seinen Rücktritt.
Quelle: MZ-Web.de 2010 | Ausgabe: Politik
Erscheinungsdatum 20.07.2010





